Der ambitionierte Wiki-Schreck
Bericht aus der Jungfrauzeitung
Kevin Rohrbach ist Stürmer beim SC Unterseen-InterlakenUrsprünglich wegen Verletzungssorgen als Aushilfsspieler vom SCUI engagiert, mausert sich Kevin Rohrbach zu einer wichtigen Teamstütze. Der Stürmer hat klare Ziele vor Augen. In dieser Saison begeistert er die Bödeler Fans - wie zuletzt in Wichtrach, wo ihm fünf Tore gelangen.Der SCUI trägt im Moment einen Beinamen: Kevin Rohrbach. Mit seinen fünf Treffern im Spiel gegen den Erzrivalen EHC Wiki-Münsingen hat sich der Stürmer bei den Fans des SC Unterseen-Interlaken schon fast unsterblich gemacht. So fällt die Antwort auf die Frage, welches Spiel ihm in besonderer Erinnerung bleibt, natürlich leicht. Eine Erklärung dafür zu finden, ist allerdings weit schwieriger. Kevin Rohrbach beschreibt seinen Super-Abend so: «Ich war gegen diese Mannschaft besonders motiviert, weil mein Cousin dort spielt. Bereits beim Aufwärmen fühlte ich mich gut.» Beim Penalty, welcher zum 1:0 führte, erhielt er das Vertrauen von Peter Kämpfer. «Von da an ist es mir einfach nur noch gut gelaufen», sagt Rohrbach. Wann immer die Sturmlinie mit Kevin Rohrbach, Roger Grossniklaus und Rafael Vogel auf dem Eis stand, brannte es lichterloh vor dem Wiki-Tor. Rohrbachs Leistung verdankten ihm die zahlreich nach Wichtrach mitgereisten Fans mit Standing Ovations.
Drei Angebote ausgeschlagenKevin Rohrbach spielt seit den Playoffs der vergangenen Saison bei den Steinböcken. Der 20-Jährige wurde vom Vorstand des SCUI von Thun auf das Bödeli geholt, weil die Mannschaft in dieser wichtigen Phase der Meisterschaft mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte. Dem Steffisburger gefiel es auf Anhieb in seinem neuen Team. Er entschloss sich schliesslich, für die aktuelle Saison einen Vertrag zu unterschreiben. Obwohl Angebote von Wiki, Thun und Zuchwil-Regio vorlagen. «Ich denke, dass mein Entscheid richtig war. Der SC Unterseen-Interlaken ist ein prominenter Name im Schweizer Amateur-Eishockey.» Dass Kevin Rohrbachs langjähriger Kollege und Nachbar David Fuchser bei den Steinböcken engagiert ist, war sicherlich ein Mitgrund. Auch die Frist der vereinbarten Ausstiegsklausel ist mittlerweile abgelaufen, womit der talentierte Center dem SCUI sicherlich diese Saison erhalten bleibt. Zuvor spielte er bei den Elite-Junioren der SCL Tigers in Langnau, besass allerdings auch die B-Lizenz, welche in berechtigte, auch für den EHC Thun - in der gleichen Gruppe wie der SCUI - Spiele zu bestreiten. Zehn bis zwölf Partien hatte er in der Saison 2007/2008 für Thun bestritten.
Trainings bei Basel und SierreDer SCUI verfügt in der 1. Liga über eine unvergleichliche Fangemeinde, so Rohrbach, aber auch über einen starken Zusammenhalt im Team. Dies ist einer der Gründe, weshalb er entschieden hat, dem Verein treu zu bleiben. Mit dem Trainergespann Peter «Mad» Kämpfer und Thomas Zurbrügg kommt er gut zurecht. Im Gegensatz zu Reto Gertschen, welcher als emotionaler und impulsiver Trainer bekannt war, hat Rohrbach Peter Kämpfer als «ruhigen und abgeklärten Typen» kennengelernt. Kevin Rohrbach macht keinen Hehl daraus, dass es noch immer sein Ziel ist, einmal in der Schweizer Nationalliga spielen zu können. In der vergangenen Sommerpause bestritt er beim EHC Basel und beim HC Sierre Probetrainings. «Besonders die Sache mit Basel habe ich nicht in guter Erinnerung», sagt der leicht verärgerte Kevin Rohrbach. Wochenlang wusste er nicht, woran er war, ehe schlussendlich doch noch die Negativmeldung des Vereins kam. Nun will der in Langnau arbeitende Schreiner seine sportliche Zukunft ruhig angehen.
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